Hyperconverged Storages

Hat man bisher stets eine dedizierte Box benötigt, um ein Shared Storage zur Verfügung zu stellen, kommen vermehrt Rack-Server mit lokalen Disks ins Spiel. Genau diese Rackserver bilden untereinander ein „Distributed Storage“ und das ist die Idee hinter Hyperconverged Storages.

Aktuell ist der Markt überschaubar aber trotzdem breit gefächert. Es ist so, dass sich irgendwie je Anwendungsfall eine andere Lösung anbietet. Das liegt daran, dass sich die Lösungen in meinen Augen aktuell in verschiedene Richtungen entwickeln. Irgendwann werden sicher alle die gleichen Features bieten. Zumindest hat man das am traditionellen Storage-Markt beobachten können – inzwischen liefern ja sämtliche Hersteller ein ähnliches Featureset.

Wir möchten hier auf 3 dieser Lösungen eingehen -> Reihung ohne Wertung(!). Vorher aber einige Gemeinsamkeiten:

  • In Rackservern werden lokale Disks verwendet, welche zu einem gemeinsamen verteilten Storage kombiniert werden.
  • Es werden stets SSDs als Caching-Tier verwendet. SAS- oder SATA-Drives kommen als Capacity-Tier zum Einsatz. Einige Lösungen bieten auch eine „All-Flash“ Variante.
  • Hohe Verfügbarkeit, da praktisch alle Lösungen eine synchrone Spiegelung bieten können.

Hyperconverged

  • Jede Lösung ist klar im Enterprise-Markt zu sehen. Eine Hyper-Converged-Lösung ist nicht unbedingt günstiger als ein traditionelles Storage + Server.
  • Der größte Vorteil in meinen Augen für kleinere Kunden: Das Storage als große „Blackbox“ verschwindet aus dem Rechenzentrum. Denn das Management erfolgt aus dem gewohnten vCenter heraus. Siehe hierzu auch nochmal den Artikel zum Thema „Wenn alles überläuft“.
  • Für einen ernsthaften Produktiveinsatz ist ein 10Gbit Netzwerk notwendig. Speziell für synchrone Setups.
  • Alle Lösungen basieren auf dem Scale-Out Prinzip. Bedeutet: mehr Ressourcen = mehr Nodes
  • Eine Hyperconverged-Lösung passt nicht pauschal zu jeder x-beliebigen Workload. Ein Beispiel wofür Hyperconverged jedoch prädestiniert ist, sind VDI Umgebungen.

SimpliVity

Mein Erstkontakt mit SimpliVity fand auf der VMworld 2014 statt. Ein gigantischer Stand in der „Partners Exchange“ empfing interessierte Kunden. Die SimpliVity-Lösung ist die einzige Lösung in diesem Artikel die auf ein spezielles Stück Hardware setzt, nämlich einen Karte um in Hardware zu deduplizieren. Wo wir auch beim Punkt wären, dass kann die Kiste nämlich wirklich gut. Darauf fußt dann ein selbst gestrickter Replication Service, welcher sehr intelligent schaut welche Blöcke denn tatsächlich transferiert werden müssen. Die Datenmenge ist dadurch sehr begrenzt und eine Replikation einer Außenstelle sehr schnell erledigt.

SimpliVity setzt auf diverse Server-Vendoren, darunter Dell & Cisco. Dabei hat man die Wahl zwischen 4 definierten Modellen (sogenannten OmniCubes/OmniStacks – Link), wobei man mit bereits einem starten kann. Bis zu zwei Nodes benötigt man keinen Switch, da man die Nodes direkt miteinander verbinden kann.

Da die SimpliVity einen NFS-Datastore präsentiert, ist es möglich bestehende „Compute“-Node einzubinden. Speziell für Migrationsszenarien ist diese Möglichkeit ziemlich nützlich.

Website: https://www.simplivity.com/


VMware vSAN

Ebenfalls bin ich auf der VMworld 2014 zum ersten Mal so richtig in das vSAN-Thema eingetaucht. Hier finden wir einen reinen Software-Ansatz im Hyperconverged Markt. Wie der Name schon verrät, funktioniert diese Lösung exklusiv mit VMware vSphere. Mit dem Release von vSphere 6.0U2, wurde auch vSAN 6.2 verfügbar und zieht im Bereich Deduplizierung nach, wobei dies nur in einem All-Flash Setup möglich ist. Seit Version 6.1 gibt es die Möglichkeit ein „Streched-Design“ aufzubauen (was einige traditionelle Hersteller ärgern dürfte (Stichwort „NetApp Metrocluster“)). Per Storage-Policy wird je VM definiert, wie oft die Blöcke dupliziert werden. Fault-Domains definieren dabei, auf welchen Nodes diese Blöcke landen.

Vorsicht ist bei der Wahl der Hardware geboten – nicht jede Hardware die mit vSphere kompatibel ist, ist es auch für vSAN. Trotz einiger Einschränkungen hat man hier jedoch weitestgehend freie Auswahl (speziell was die Bestückung betrifft). Mir persönlich gefällt ein vSAN Design auf Basis der Cisco C240 Serie recht gut. Starten kann man mit zwei Nodes + einer virtuellen Witness-Node.

Lizenziert wird VMware-typisch auf Socket-Basis. Dabei gibt es 3 Editionen mit verschiedenen Features. Ähnlich wie bei SimpliVity, können auch reine „Compute“-Nodes auf den Datastore zugreifen. „Compute“-Nodes müssen jedoch ebenfalls mit einer vSAN-Lizenz ausgestattet werden. vSAN Lizenzen sind übrigens auch Teil des „VMware Horizon“ Lizenzbundles (wo wir wieder bei dem prädestinierten Beispiel „VDI“ wären.)

Website: https://www.vmware.com/de/products/virtual-san


Cisco Hyperflex

Der Neuzugang der letzten Wochen.

Ciscos zweiter Versuch am Storagemarkt Fuß zu fassen sieht ebenfalls vielversprechend aus. Die Lösung basiert auf der C220- oder C240-Serie und skaliert aktuell bis zu 8 Nodes (wird definitiv mehr). Starten kann man hier mit 3 Nodes. Die Server kann auch bei dieser Lösung beliebig bestückt werden (CPU/RAM).

Auf jeder Node wird eine Controller-VM platziert, welche einen gemeinsamen NFS-Datastore zu den ESXen präsentieren. Per Datastore kann definiert werden auf wie viele Nodes die Blöcke dupliziert werden. Dupliziert klingt gut, geht auch Deduplizierung? Ja, funktioniert ebenfalls „Inline only“ und kann auch nicht deaktiviert werden.

Spannend ist, dass hier immer das Netzwerk mit geliefert wird, denn bei jedem Hyperflex sind Cisco UCS Fabric Interconnects Teil der Lösung. Man muss sich also nicht selbst um ein 10Gbit Netzwerk zu kümmern. Im Fehlerfall gibt es dadurch auch einen Single Point of Contact für den Support.

Ebenfalls klingt die Lizenzierung sehr Kundenfreundlich, da es nur eine Lizenzierungsart gibt und diese ist immer inkludiert. On-Top läuft übrigens aktuell nur vSphere mit Enterprise Plus Lizenzierung (wahrscheinlich wegen des dVS). Braucht man einfach nur Compute-Power können B200-Blades hinzugefügt werden. Dieser Schritt ist praktisch, da man den Fabric Interconnect ja dann schon hat.

Website: http://www.cisco.com/c/en/us/products/hyperconverged-infrastructure/index.html


Und was ist mit Nutanix? Ich will die Lösung nicht komplett außen vor lassen, aber mit Nutanix hatte ich bisher absolut keinen Kontakt und habe keinen Ein- bzw. Durchblick. Vielleicht ändert sich das eines Tages, dann werde ich auch dazu etwas verfassen. 🙂

Website: http://www.nutanix.com/

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